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8/1/2010 : 1:43 am : +0200

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16.07.10 13:28

Nordbadischer Fechterbund ehrt seine Spitzensportler

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12.07.10 08:27

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Hohen Stellenwert: Soziale Absicherung der Athleten

Im Laufe der Jahre wurde es eine regelmäßige und geradezu selbstverständliche Einrichtung in der Stadt Tauberbischofsheim: Sie begrüßte in großem Rahmen die Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. In den nunmehr 40 Jahren des Fecht-Clubs Tauberbischofsheim gab es in dieser Hinsicht zahlreiche Anlässe. Hier sind es (von links) Trainer Lothar Stolz, Thomas Gerull, Elmar Borrmann, Trainer Berndt Peltzer, Alexander Pusch, der Physiotherapeut Rüdiger Hampe und Heimtrainer Martin Heidenreich, die nach der WM 1987 in Lausanne gefeiert werden. Repro: Jankowski

15.06.2007 Wilfried Jankowski: Die Fechter-Karawane aus Tauberbischofsheim zieht auch im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts von Planche zu Planche, ist längst weltweit ge- und beachtet, bietet im eigenen Olympiastützpunkt jährlich hochrangige Turniere und zahlreiche Nationalfechter aus vielen Ländern besuchen diese Einrichtung, um bei optimalen Gegebenheiten wichtige Trainingseinheiten zu absolvieren. Die Fechtwelt ist häufig zu Gast an der Tauber und nutzt alle Möglichkeiten, um das eigene Niveau zu verbessern. Die globale Konkurrenz wird ständig größer und natürlich stärker.

Der FC TBB als erfolgreichster Sportverein in Deutschland ist eingebunden in ein umfassendes Netzwerk der finanziellen, fachlichen und ideellen Förderung. Denn Spitzenleistungen auf Weltniveau sind ohne eine solche Unterstützung nicht denkbar. Sofern es ein allgemeines solidarisches Gedankengut im deutschen Sport gibt, dann lässt es sich in dem gemeinsamen Bemühen darstellen, auf nationaler und internationaler Bühne möglichst herausragende Erfolge zu erzielen. Um das zu erreichen, ist eine Fülle von Voraussetzungen erforderlich.

Die Bedingungen und die Gegebenheiten in den verschiedenen Sportarten weisen gravierende Unterschiede auf und klaffen vor allem dort in nur schwer erklärbarer Weise auseinander, wo bereits erste Erfolge verbucht wurden: Junge Fußballspieler haben bereits ihre Millionen-Verträge in der Tasche, auf Tennis- oder Golfplätzen wird in ähnlichen Größenordnungen verdient. Dass hingegen Schwimmer, Kanuten,  Hockeyspieler oder Fechter auf Grund sportlicher Erfolge ihren Lebensabend als Millionäre verbringen konnten, davon ist noch nicht berichtet worden.

Die ganz großen und kräftig sprudelnden Zapfhähne des Geldes bleiben also vielen Sportvereinen und deren Disziplinen verwehrt, sie müssen in anderen Dimensionen versuchen, dennoch ein Stück dieses Kuchens abzubekommen. Emil Beck, der in vielen Sätteln all seinen Anforderungen gerecht wurde, wollte vor allem verhindern, dass der Spitzensport zu einer riskanten Gratwanderung zwischen Sport, Schule und Beruf wird. Die soziale Absicherung der Athleten hatte für ihn einen hohen Stellenwert. Deshalb war für ihn vorrangig, „dass in Tauberbischofsheim keiner seinen persönlichen Einsatz und Zeitaufwand für den Leistungssport mit einer Beeinträchtigung seiner schulischen Ausbildung oder seines beruflichen Werdegangs bezahlen muss“.



Das Teilinternat „Modell Tauberbischofsheim“, das Vollinternat Berghof, die „Gesellschaft zur Förderung des Fecht-Clubs Tauberbischofsheim“ und die „Stiftung Fechtsport in Tauberbischofsheim“ waren wichtige Säulen dieser intensiven Betreuungsarbeit. Die finanzielle Unterstützung durch Bund und Land, die Stiftung Deutsche Sporthilfe, durch den Main-Tauber-Kreis, die Stadt Tauberbischofsheim und verschiedene Sportverbände stellte ein weiteres bedeutungsvolles Standbein dar und schließlich gelang es dem Strategen aus der Medaillenschmiede gleichermaßen, Freunde in der Wirtschaft zu finden, die nach dem „Geben- und Nehmen-Prinzip“ bereit waren, sich in entsprechender Weise zu engagieren.

Heute sind es ebenso weltweit agierende wie regional verwurzelte Unternehmen, die sich mit der „Faszination Fechten“ identifizieren und durch ihre Hilfe den Spitzensport überhaupt erst möglich machen. Wenn die Athletinnen und Athleten bei den großen sportlichen Ereignissen dieser Welt auf die Fechtbahn treten, dann weisen ihre Fechtanzüge dezent auch aus, welcher Sponsor ihre sportlichen Bemühungen unterstützt. Im Damenflorett präsentieren sie sich als Samsung-Team, Herrenflorett als Würth-, Damendegen als Schott-, Herrendegen als Weinig-, Damensäbel als Bartec- und Herrensäbel als Hollerbach-Team. Daneben zeigt die Sparkasse Tauberfranken ihr Engagement für den Nachwuchs durch die Förderung des Youngster-Teams.

Hinzu kommen Firmen, die ihren Namen mit einem Turnier verbinden und damit ihre Verbundenheit mit dem Fechtsport dokumentieren. In den letzten Monaten waren das die „Deutschen Expocamp-Meisterschaften“ im Florett in Wertheim, der Damendegen-Junioren-Weltcup um den „Möbel-Schott-/Dunlopillo-Pokal“, der Reinhold-Würth-Damendegen-Weltcup, die „Deutschen Samsung-Meisterschaften“ im Degen und die „Deutsche BKK-Essanelle-Meisterschaft“ im Säbel. Ein wichtiger Beitrag gerade im Nachwuchsbereich sind in diesem Zusammenhang auch die Nachwuchsturniere „Pokal der Sparkasse Tauberfranken“, „Rudorfer-Dach-Cup" und das „VS-Turnier“. Eine waffenübergreifende Spitzenstellung nimmt zudem die Bundeswehr ein, die durch ihre Sportfördergruppen für den deutschen Sport insgesamt eine nicht zu ersetzende Stütze darstellt.

Die in dieser Form geschaffenen Rahmenbedingungen, die ständig an einer Zukunftsorientierung ausgerichtet werden müssen, schafften und schaffen den Fechterinnen und Fechtern jene unerlässlichen Voraussetzungen, die es ihnen ermöglichen, trotz der weltweit ständig stärkeren Konkurrenz in der internationalen Spitze ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.


Das war auch 1990, dem Jahr der deutschen Wiedervereinigung, nicht anders, als sich die besten Fechterinnen und Fechter zu den Weltmeisterschaften in Lyon trafen: Goldmedaillen holten sich dort Anja Fichtel im Damenflorett-Einzel, Thomas Gerull im Herrendegen-Einzel und Ute Schaeper mit der deutschen Damendegen-Mannschaft. Eine noch erheblich bessere Ausbeute brachten die Tauberbischofsheimer Teilnehmer von der WM 1991 in Budapest mit in die Heimat: Gold durch Ingo Weißenborn und Silber durch Thorsten Weidner im Herrenflorett-Einzel, Einzel-Silber für Robert Felisiak im Herrendegen, Mannschafts-Silber im Herrenflorett mit Uwe Römer, Udo Wagner, Thorsten Weidner und Ingo Weißenborn, Sabine Bau gewann Bronze im Damenflorett-Einzel und mit der Mannschaft, zu der weiterhin Annette Dobmeier, Anja Fichtel, Zita Funkenhauser und Rosalia Huszti/Gombos gehörten. Bronze gab es ebenso für die Herrendegen-Mannschaft mit Elmar Borrmann, Robert Felisiak und Mariusz Strzalka und schließlich stand auch Jacek Huchwajda in jener deutschen Säbelmannschaft, die Bronze gewann.

Als die erfolgreichsten Weltmeisterschaften aller Zeiten würdigt der Deutsche Fechter-Bund die Titelkämpfe 1993 in Essen. Aus Tauberbischofsheimer Sicht konnten zwei Gold-, eine Silber- und sechs Bronzemedaillen gefeiert werden: Gold mit der Damenflorett-Mannschaft durch Sabine Bau, Simone Bauer, Anja Fichtel und Zita Funkenhauser, Mannschafts-Gold im Herrenflorett mit Uwe Römer, Udo Wagner, Thorsten Weidner und Ingo Weißenborn; Silber der Mannschaft im Damendegen mit Hedwig Funkenhauser. Bronzemedaillen im Einzel gewannen Simone Bauer, Zita Funkenhauser, Uwe Römer und Steffen Wiesinger (Herrensäbel), Mannschafts-Bronze schließlich zudem für Jacek Huchwajda und Steffen Wiesinger im Säbel sowie Elmar Borrmann und Mariusz Strzalka im Degen.

WM 1994 in Athen, Mannschafts-Silber im Herrendegen mit Elmar Borrmann, Michael Flegler und Mariusz Strzalka und im Herrenflorett mit Uwe Römer, Udo Wagner und Thorsten Weidner, der außerdem Bronze im Einzel gewann. Den Haag 1995: Mannschafts-Gold im Herrendegen mit Elmar Borrmann, Michael Flegler und Mariusz Strzalka, Mannschafts-Bronze im Damenflorett für Sabine Bau, Anja Fichtel und Zita Funkenhauser. 1997 in Kapstadt: Sabine Bau Einzel-Silber, Mannschafts-Silber für Elmar Borrmann und Michael Flegler, Mannschafs-Bronze im Damenflorett durch Sabine Bau, Rita König und Gesine Schiel. 1998 La Chaux-de-Fonds: Sabine Bau Weltmeisterin, Silber im Degen-Einzel für Denis Holzkamp. 1999 in Seoul: Mannschafts-Gold für Sabine Bau, Simone Bauer und Rita König, Einzel-Silber für Sabine Bau und Mannschafts-Silber für Elmar Borrmann und Jörg Fiedler.

In diesem abschließenden Jahrhundert-Jahrzehnt fanden zwei Olympische Spiele statt, die auch wieder Tauberbischofsheimer Fechter an der Spitze der Weltelite sahen: 1992 in Barcelona erkämpften sich die Herrenflorett-Mannschaft (Udo Wagner, Thorsten Weidner, Ingo Weißenborn) und das Herrendegen-Team (Elmar Borrmann, Robert Felisiak und Vladimir Reznitschenko) die Goldmedaille, Sabine Bau, Annette Dobmeier, Anja Fichtel und Zita Funkenhauser holten sich Mannschafts-Silber. Atlanta 1996: Bronze für die Damenflorett-Mannschaft mit Sabine Bau und Anja Fichtel.


Abermals eine stolze Bilanz für den Fecht-Club von der Tauber, der daheim in seiner Chronik zudem vermerkte, dass die Wohnanlage „Haus der Athleten – Berghof II“ als Synonym für Gemeinschaft und Trainingsnähe 1997 eingeweiht und dass ein Jahr später die „Rolli-Kids-Gruppe“ gegründet wurde, um das Rollstuhlfechten intensiv zu fördern. Die Zielsetzung: Teilnahme an den Paralympics in Peking. Jetzt, ein Jahr vor diesem Ereignis, feiert der Fecht-Club Tauberbischofsheim sein 40-jähriges Bestehen und wird bei diesem Anlass auch auf die weitere erfolgreiche Entwicklung sowie die damit verbundenen Umstrukturierungen im neuen Jahrtausend eingehen.