Fechten lernen2018-10-17T23:26:30+00:00

Bei uns kannst du das Fechten lernen

Fechtkleidung

Es gibt spezielle Fechtkleidung, die vor Verletzungen schützt und es ist verpflichtend diese zu tragen, da sonst ein Teilnehmen an Turnieren oder im Training nicht gestattet ist.
Die Kleidung muss eine Mindeststoßkraft von 800 N aushalten. Meist besteht die Fechtkleidung aus dehnbarem Material, wie Baumwolle und Nylon. Jeder Fechter muss eine Unterziehweste, Jacke, Fechthose, Fechtsocken, Handschuh und Maske tragen. Zudem kommt noch die Elektroweste, welche Treffer an den Melder weiterleiten und im Säbel- und Florettfechten gebraucht wird. Die meisten der weiblichen Fechter besitzen einen Brustschutz.

Fechtaktionen

Beim Fechten gibt es verschiedene Aktionen im Angriff und in der Verteidigung:
Die Parade ist hauptsächlich eine Verteidigungsaktion und verhindert den Angriffstreffer des Gegners. Eine Parade kann man wiederum in zwei Arten unterteilen.
Mit der Körperparade verhindert man den Treffer durch die Waffe des Gegners berührt zu werden. Bei der Parade mit der Waffe wartet man auf den Stoß/Hieb des Gegners, schützt sich dann aber mit der eignen Waffe und wehrt den Hieb des Gegners ab. Nach der Parade erfolgt dann wieder der Gegenangriff, den man auch Riposte nennt.
Der eigentliche Angriff ist eine Iniative des Fechters mit Vorwärtsbewegungen. Im Angriff kann man sie sogenannte Finte, eine Täuschung, durchführen. Man täuscht z.B. den Treffer auf den Kopf an, schlägt dann aber auf den Bauch.

Turniermodus

Bei Turnieren werden immer erst Runden gefochten. Alle Fechter werden nach der deutschen Rangliste in Runden verteilt. In diesen Runden ficht man auf 5 Treffer und jeder gegen jeden. Nach den Runden müssen 20 % der gesamten Teilnehmer ausscheiden. Es folgt die Direktausscheidung, in der auf 15 Treffer gefochten wird. Man ficht solange in der Direktausscheidung, bis man ein Gefecht verliert. Danach ist für diesen Sportler das Turnier zu Ende.
Allerdings gibt es neben der Direktausscheidung bei manchem Turnieren noch einen Hoffnungslauf d.h., wenn man ein Gefecht in der Direktausscheidung verloren hat, kommt man in den Hoffnungslauf und ficht dort mit dem Ziel ins Finale zu kommen weiter. Wird auch im Hoffnungslauf ein Gefecht verloren, ist das Turnier beendet. Je nach erreichtem Rang und der Art des Turnieres (national oder international) gibt es Punkte auf der deutschen oder internationalen Rangliste. Die Ranglisten zeigen die Fechter und deren erreichte Punkte bei verschiedenen Turnieren.

Trainingsablauf

Regulär trainiert ein Leistungssport-Fechter bis zu 6-mal die Woche. Montags ist Regenerationstag, das heißt, es ist ein trainingsfreier Tag. Am Dienstag fängt das Training an. Zuerst bekommt man mittags einen Einzelunterricht mit seinem Trainer, dies nennt man auch Lektion. Eine Lektion dauert ca. 30 Minuten, natürlich variiert dies von der momentanen Trainingsform. Am Abend folgt das Training von 18.00 bis 20.00 Uhr. Das Training läuft wie folgt ab: man macht sich ca. 15 Minuten warm und dehnt sich. Danach folgen entweder verschiedenen Schrittfolgen, die sogenannte Beinarbeit, oder man fängt gleich mit dem Partner-Fechten an. Man ficht mit einem Partner und trainiert somit am besten eine Turniersituation.
Dann gibt es aber auch noch extra Trainingseinheiten für die Kondition und Koordination. Dieses Training ist bei einem speziellen Trainer, der für diese Aufgaben zur Verfügung steht.
Das Fechttraining dient als Übung für die Aktionen, die man in der Lektion mit dem Trainier übt. Es soll genutzt werden, um neue Dinge auszuprobieren und seine alten Aktionen aufzufrischen. Manchmal gibt es auch ein Trainingsturnier. Bei dieser Form des Trainings wird ein Turnierablauf simuliert. Man ficht Runden und dann Direktausscheidung (siehe 5. Turniermodus). Bei diesem Training sollte man besonders konzentriert sein, weil es hier nicht mehr nur um das Ausprobieren geht, sondern um das Gewinnen. Der Trainer gibt allerdings auch bei solch einem Training noch Tipps, was man anders machen soll oder welche Abwehr- oder Angriff-Aktion am besten passt. Somit lernt man selbst einzuschätzen, wann welche Aktion gefordert ist. Wenn ein Turnier am Wochenende ansteht, ficht man im Training die ganze Woche und lässt das Konditions- oder Koordinationstraining außen vor. Manchmal kommt es vor, dass der Druck im Training für einen selbst zu groß wird, da einfach nichts „klappen“ will und man demotiviert sich selbst, indem man sich denkt, dass man mit dieser Form gar nicht auf das Turnier fahren kann. Das Einzige, was dann hilft, ist einfach abzuschalten. Doch ist dies leichter gesagt als getan, da man grübelt, warum man so schlecht ficht und dann sogar schon an das bevorstehende Turnier denkt. Dadurch steigert sich die Nervosität und überträgt in seinen Vorstellungen schon die schlechte Form, die man im Training hatte, auf das Turnier. Die Trainer merken, dass man schon ein paar Tage vor dem Turnier ängstlich ist, und versuchen einem gut zuzureden. Des Weiteren versuchen sie den Sportlern keinen Druck zu machen, indem sie sagen, dass man nichts zu verlieren habe. Allerdings weiß jeder Sportler, was er/sie im Training kann und möchte dies auch im Turnier zeigen.